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Psyche von der Kommunikation her verstehen

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Psyche können wir nach dem Bild einer Kommunikation verstehen. Dann gehen wir von bildhaften (erlebbaren) Zusammenhängen aus, die im „Gespräch“ miteinander sind. Wie in einer guten Unterhaltung tragen diese untereinander etwas aus. Das bedeutet: Es findet ein Austausch zwischen Zusammenhängen statt, die prinzipiell erlebbar sind, also zwischen Analogien, Bildern und Gleichnissen. Diese Art von Kommunikation findet nicht nur zwischen Personen statt, sondern auch innerhalb eines persönlichen Handlungsgeschehens selbst.
Und so weit auch Sachen in ihrem Funktionieren oder Wirken Bildverhältnissen folgen, sind sie als seelische Zusammenhänge zu verstehen und wirksam. Das gilt im Übrigen auch dann, wenn bildhafte Zusammenhänge im konkreten Fall vielleicht gar nicht erlebt werden, die Möglichkeit hierzu aber vorhanden ist.

Bilder untereinander - ein Beispiel
Man kann beobachten, wie bildhafte Zusammenhänge aufeinander wirken. So kann z.B. ein "Sich-Lieb-Kind-machen" (Bild 1) einer …

Das BILD (die Analogie) ist die zukünftige Währung...

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...das BILD als erlebbarer Zusammenhang.

Geld war das beschleunigende Medium für eine Waren- und Konsumgesellschaft: Es ermöglichte eine Veränderung: weg von einer frühen Tausch-, hin zur heutigen Waren- und Konsumgesellschaft.
Analog dazu lässt sich sagen: Das „Bild“ ist das beschleunigende Medium für eine Kommunikationsgesellschaft:
Es ermöglicht die Veränderung: weg von einer naiven Kommunikation - die noch nach dem Modell von "Sender und Empfänger" (Produkt/Käufer) funktioniert - hin zur Kommunikation einer "komplexen Teilhabe".

P.S. mit "Bild" ist das Gleichnishafte und Analoge gemeint, nicht die irgendwo aufhängbare Abbildung
Hier demnächst mehr dazu...

Teil 5/5: Denken in Paradoxien und psychodoxen Ordnungen

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Dieser Beitrag wurde in 5 Teilen zur Diskussion gestellt
Inzwischen ist er in der Fachzeitschrift "Entwicklungstherapie" (Heft 2012)
erschienen. Hier ist er in 5 Teilen zu lesen mit Bildern aus dem Netz aufgelockert.



Ein neues Bild von Wissenschaft
Eine Psychologie der hier skizzierten Art kann sich nur entwickeln, wenn es ihr gelingt, ein eigenes Verstehen von Wissenschaft aufzubauen und sich mit den anderen Wissenschaften darüber ins Verhältnis zu setzen. Die inhaltlich und methodisch neuen Erfahrungen mit dem Seelischen, so wie sie sich hier am Beispiel der entstehenden Psychoanalyse in den Blick gebracht haben, müssen auf diese Weise gewürdigt und ernst genommen werden. Ein erster Schritt auf diesem Weg könnte darin bestehen, auf die Haltung zu schauen: Wie sollte eine wissenschaftlich-psychologische Haltung aussehen, die den neuen Erfahrungen gerecht wird und in welchem Verhältnis steht diese dann zu einer Haltung in der Wissenschaft allgemein? Ich werde versuchen, eine An…

Teil 4/5: Denken in Paradoxien und psychodoxen Ordnungen

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Das Bild einer zukünftigen Psychologie
Hier möchte ich mich nun der Frage stellen, wohin die Entwicklung in diesem Bereich voraussichtlich geht und wie eine Psychologie am Ende aussehen wird, wenn wir unseren Überlegungen folgen wollen. Ich glaube, die Situation der neuen Wissenschaft Psychologie, wird in zweifacher Weise eine Änderung erfahren. Die eine zielt auf das Selbstverständnis des Eigenen in dieser Wissenschaft und die andere auf ein neues Verständnis von Wissenschaft im Allgemeinen. Letzteres heißt: Ein neues allgemeines Verständnis von Wissenschaft muss herausgebildet werden, damit die Psychologie als ebenbürtig akzeptiert und mit Gewinn in die Gemeinschaft der Wissenschaften aufgenommen werden kann. Wenn das gelingt, wird die Wissenschaftsgemeinschaft am Ende von der Psychologie etwas gelernt haben, etwas, das ihr allgemeines Selbstverständnis verändern wird. Beginnen wir aber mit der Frage nach dem Neuen und dem wissenschaftlich Eigenen des Seelischen.

Erlebbare Zusammenhä…

Teil 3/5: Denken in Paradoxien und psychodoxen Ordnungen

Ein neues Sehen mit „Zweiäuglein“
In einer ersten spielerischen Version wird (dem Märchen folgend) jetzt eine neue, vielfältige Welt von Zusammenhängen entdeckt (Tischlein-deck-dich) und analog zum Märchen „schmeckt“ diese Welt unserem Forscher auch sehr gut - wobei wir berücksichtigen müssen, dass diese Welt zunächst einmal auch eine nach außen hin abgeschottete Eigen- und Inselwelt war. Sowohl im Märchen ist das so als auch in der Welt des Sigmund Freud, was die Anfänge seiner Forschungen betrifft.
Wie also schaut das Zweiäuglein auf die Sache? Beim Niederschreiben ist mir aufgefallen, dass ein Verstehen dieser Methode durch die Sprachgewohnheit schwergemacht wird, die in diesem Falle weitgehend aus einer fachspezifisch medizinischen und psychoanalytischen Literatur kommen. Also stelle ich das Muster des Zwei-Äugleinblickes zunächst einmal an einem anderen Phänomen dar, welches noch nicht durch die psychiatrische oder psychoanalytische Literatur eingefärbt ist. Nach erfolgter Beschr…

Teil 2/5: Denken in Paradoxien und psychodoxen Ordnungen

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Drei Methoden und ein Problem
Dieses geheime Verstehen von Seelischem (Zweiäuglein-Natur), mit der wir im Allgemeinen ganz gut zurechtkommen, denken wir uns nun von zwei abweichenden Methoden umstellt, die damals das ernsthafte und wissenschaftliche Umgehen mit dem Menschen bestimmten. Und bevor ich diese beiden Methoden oder Konzepte im Bild des Einäugleins und des Dreiäugleins erörtern möchte, will ich noch schnell den Schauplatz nennen, an dem diese auf eine Neubelebung der Zweiäugleinmethode gestoßen sind.  
Mit dem Ort ist die Psychiatrie gemeint, so wie sie vor ca. 120 Jahren ausgesehen hat. Wir können sagen, dass sie damals noch ein recht peinliches Feld für die Ansprüche einer Wissenschaft war: Der Psychiater stand in der Hierarchie der Medizin, ähnlich wie das Zweiäuglein in seiner Familie rangmäßig ziemlich weit unten. Kranken, in denen man oftmals nur Simulanten sah, glaubte man weitgehend mit Apellen an die Vernunft oder mit kalten Bädern u.ä. begegnen zu müssen. Den Neuro…

Denken in Paradoxien und psychodoxen Ordnungen

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Der folgende Beitrag ist inzwischen in der
Fachzeitschrift 
"Entwicklungstherapie" (Heft 2012) erschienen. Hier ist er in
5 Teilen und mit anderen (nämlich Internet-verlinkten) Bildern zu lesen:

(Teil 1/5)

Paradoxie als unauflösbarer Widerspruch
Paradoxien lassen sich unter vielerlei Gesichtspunkten betrachten, z.B. unter sprachlichen, inhaltlich-faktischen oder auch unter rein logischen Gesichtspunkten. Eine solche systematische Art der Betrachtung des Paradoxiebegriffs möchte ich hier aber nicht entwickeln. Ich gehe im Folgenden vielmehr der Frage nach, welche Rolle und Bedeutung die Paradoxie oder das Denken in Paradoxien für die Wissenschaft der Psychologie in ihrer Entstehung und Weiterentwicklung hat. Mein eigenes psychologisches Denken folgt dabei einem bildanalytischem Konzept. Dieses setzt, wie ich zeigen werde, das psychologische Denken, so wie es sich bis heute entwickelt hat, auf eine konsequente Weise fort. Und dabei spielt die Paradoxie, und wie ich noch später …