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Es werden Posts vom 2014 angezeigt.

Wir verwechseln schon mal gerne was!

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Dinge beschreiben, die es im Seelischen gar nicht gibt Wir haben uns in der Psychologie ein Beschreiben angewöhnt (und überhaupt, ein Hinsehen!) was einer Art von magersüchtiger Teilhabe am Geschehen gleichkommt, wo wir uns das Geschehen im Beschreiben doch einverleiben" wollen. So beobachten und beschreiben wir z.B. wie folgt: "er ist traurig". Traurigsein gibt es aber als Seelisches (als erlebbaren Zusammenhang) gar nicht, weil es eine Formalisierung ist: Das wirklich existierende Traurigsein ist z.B. ein "als ob ich Haus und Hof verloren hätte" oder ein "als wäre mir die Liebste gestorben" oder "als werde es nie wieder so werden können wie heute" oder...oder...oder.
Sprachliche Bilder oder Verwaltungsinstrumente Das Wort Trauer oder traurig sein ist eine formale Zusammenfassung, man könnte auch sagen f1471 oder natürlich auch c7rr5. Ich spreche, wenn ich vom Seelischen spreche, immer von den "erlebbaren Zusammenhängen". "…

Mensch und Seele - Musikinstrument und Musik

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Wir werden als kleine Musikinstrumente geboren... ...in einem weiten und auch in einem etwas engeren Sinne. Was den engeren Sinn betrifft, so erinnere ich an das, worauf die Vorgeburts- und Säuglingsbeobachtungen von W. Ernest Freud aufmerksam gemacht haben, daran nämlich, dass unsere Seele mit dem Rhythmischen anfängt, also mit einer bewegten Ordnung die der im Mutterleib oft hörbaren Musik folgt und die Synchronien herzustellen vermag. Insofern bereitet sich in diesem frühesten Seelischen Zustand etwas vor, das wie ein Musikinstrument im Ganzen also auch konkret schon an einer Musik teilhat, einer Musik, die um das noch gar nicht so richtig abgehobene kleine Wesen herum irgendwie schon immer da ist. Im folgenden möchte ich von einer Beziehung im weit gefassten Sinne sprechen. Der Anlass ist eine Analogie, auf die ich gekommen bin während ich als Schüler auf der Couch von eben diesem W. Ernest Freud meine gut begleiteten und methodisch verschärften eigenen Erfahrungen mit dem Seelis…

Das Dreigenerationending Psychoanalyse

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Vorbemerkung:
Wenn eine Idee über drei Generationen weitergedacht wird, ist sie über sich hinaus-
gewachsen und versteht sich am Ende auch in ihren Anfängen neu. 
Im Folgenden möchte ich den interessierten Leser mit W. Ernest Freuds besonderem 
Beitrag zur Psychoanalyse bekanntmachen und mit seinem erweiterten Sehen.
Seine Beobachtungen und Erkenntnisse stellen für mich die 
Verbindungzu einem Bildanalytischen Denken her:



W. Ernest Freuds besonderer Beitrag zur Psychologie
via Säuglingsbeobachtung
Mit dem folgenden Beitrag möchte ich einen Blick auf das Gebiet der frühen Säuglingsbeobachtung und der psychologischen Frühgeborenenforschung werfen. Da mich hierbei eine entwicklungsorientierte und bildanalytische Perspektive leitet, interessieren mich nicht nur die geschichtlichen Besonderheiten dieser frühen Entwicklungsphase, sondern es bewegt mich auch die Frage, wie die Beobachtungen in ein Verständnis vom allgemeinen Funktionieren seelischer Abläufe zu übertragen sind. Aus diesem Grunde we…

Friedrich Nietzsche in Sonettform

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Erster Akt (Nietzsche spricht für sich selbst)
Nietzsche soll ich Euch erklären?
Und vom schiefen Bild befrei'n!
Hört den Friedrich aufbegehren:
"Nur in kein System hinein!

Will Euch zu Euch selbst versuchen,
Das will mir das Höchste sein -
Selbst den Priester und Eunuchen
Lad' ich zum Versuch mir ein.

Wirklichkeit ich rolle Dich
Von Gleichnissen her auf -
Nimm nur Deinen Lauf!
Psychodoxem zolle ich
Jeglichen Tribut:
- Entwicklung find ich gut!"


Zweiter Akt (Gegenrede)
Das hab' bildlich ich vor Augen,
Wie sich Nietzsche sträubt und ziert.
Seinen Stoff kann jeder saugen.
Hat er *dafür* promoviert?

Tröstend ist, daß seine Schriften
"Online" bleiben wie vorher.
Ob sie schließlich Frohsinn stiften,
Lehrt die "ew'ge Wiederkehr".

Es wird durch des Netzes Weiten,
"Zarathrustra" sich verbreiten
- Mit etlichem Getöse:

"Ecce homo!" Nach dem Sieg
Ist so mancher Online-Freak
"Jenseits von Gut und Böse".

Dritter Akt (Einladung zu …

Der Psychologe Wilhelm Salber

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Ein kleines, persönliches Nachdenken über ihn: Wilhelm Salber entwickelte die Morphologische Psychologie, eine Art Relativitätstheorie innerhalb der Psychologie. Leider wurden seine Konzepte trotz zahlreicher Bücher (35) und Veröffentlichungen (rund 200) innerhalb der akademischen Welt, in der er selbst als ordentlicher Professor (30 Jahre Institutsleitung Uni Köln) tätig war, kaum angenommen. Sie werden auch heute noch, weil sie das Denken in festen Kategorien brechen, von nur wenigen verstanden.

Wilhelm Salber mit seinem Denken, das jedes "preußische" Wissenschaftsverständnis hinter sich lässt, war für mich als Student und Mitarbeiter ein exzellenter Lehrer. An die Stelle der "heiligen Sakramente" einer operationalisierenden Evaluation, stellte er die hochkomplexe, sprachbildliche Beschreibung und ließ sich nicht darin beirren. Er war noch mit 88 Jahren († 2. Dezember 2016)in diesem Sinne schreibend und supervisorisch tätig.

Morphologie des Seelischen und die Bi…

Wie fängt alles Seelische an?

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- W. Ernest Freud, als Ideengeber für eine spannende Frage -
W.E. Freud ist in der Fachwelt wenig bekannt. Aber er setzte mit seinem Wirken etwas fort, was durch den Großvater Sigmund Freud mit der Erforschung der konflikthaften Natur des Seelischen begonnen hatte und mit der Erforschung der dyadisch magischen Natur des Seelischen durch Anna Freud (seiner Tante, in deren Obhut er nach dem Tod der Eltern gekommen war) weitergeführt wurde. Er setzte das "Unternehmen" fort indem er sich auf den Weg machte, die sich selbst hervorbringende und allererste Formen setzen könnende Natur des Seelischen zu studieren. Erste "Formen" seelischer Art glaubte er schon im vorgeburtlichen Stadium eines menschlichen Wesens vorfinden zu können. Und so wurde für ihn die Säuglings- Frühchenforschung zum bevorzugten Forschungsfeld.


Vom "Sich selbst genießenden Zusammenspiel":
Beobachtungen an den Kleinen, die viel zu früh geboren waren, den "Frühchen", waren es vor Allem…

Das gewaltig gewachsene sprachbildliche Differenzierungspotenzial

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Obertöne als Gleichnis Als man in der Musik die Obertöne entdeckte, nahm die Möglichkeit, individuelle Tonklänge zu bilden, schier unbegrenzt zu. Warum? Weil von da an auf alle Töne verschiedene Obertöne zur Ton-Farbgestaltung "draufgesetzt" werden konnten. 

In der sprachbildlichen Welt  gab es in der neueren Zeit eine ähnliche Entdeckung - allerdings noch kaum in Gänze erkannt: Hier treten an die Stelle der Obertöne die *wechselnden Kontexte*, so dass die sprachlichen Bilder jedes mal, etwas anderes bedeuten. In der sprachbildlichen Welt entsteht dadurch ein sich sprunghaft vergrößerndes methodisches Differenzierungspotential.

Wie ein neuer Kontinent Die sprachbildliche Welt ist auf diese Weise zu einer Art "Neuen Welt" (Amerika) geworden. Wahrscheinlich war es Sigmund Freud (Columbus), der den Weg hierhin gefunden hatte, auch wenn wie zufällig und erst mal ohne genauere Vorstellung von dem was am Ende tatsächlich daraus entstehen sollte.

Abschütteln des Koloniale…

Sprachliche Bilder als Gemeingut entwickeln

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Ein "Apropos"-Beitrag- geht auf einen Kommentar oder Beitrag in facebook zurück
Kontext: In der facebook-gruppe Psychologie des 21ten Jahrhunderts  hatte ich auf Jeremy Rifkin hingewiesen, der in seinem Buch "Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft" auf die Bedeutung des Gemeingutes für unsere Zukunft hinweist. Ich denke, dass die Ressource unserer sprachlichen Bilderwelt in einem Punkt überraschend vergleichbar ist mit der Ressource eines z.B. elektromagnetischen Raumes, der um uns herum ist: Sie wird zu einem unheimlichen Reichtum, (wie in der neueren Wellennutzungstechnik) weil wir verstehen, mit dieser Quelle auf einer extrem expandierenden Weise, etwas anzufangen. Das Gemeingut sprachliche Bilderwelt verlangt nach einer Behandlung die sich nicht mehr an dem Muster Eigentum und Besitztum orientiert. In diesem Sinne wollte ich den Leser neugierig machen.



In der Welt der sprachlichen Bildergeht es um ein Gut, was der Mensch für seine Interessen einsetzen kann, als ein m…

Tatsache oder Projektion?

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Ein "Apropos"-Beitrag - geht auf einen Kommentar oder Beitrag in facebook zurück
Kontext: Während ich in einem facebook-Beitrag facebook-gruppe Psychologie des 21ten Jahrhunderts  Werbung dafür machte, in der Welt der sprachlichen Bilder ein Gemeingut zu sehen, dass wir uns nicht von einem eigentumsorientierten Kontrolldenken vermiesen lassen wollen, kam die klassische Frage auf, ob Bilder (Gleichnisse) nicht überhaupt immer nur Projektionen seien. Was kann als Tatsache gelten und was als eine "pure Einbildung"? Auf diese Frage muss man tatsächlich etwas gründlicher eingehen. Das habe ich in einem Kommentar versucht, den ich hier veröffentlichen möchte


Immer wieder taucht die Frage auf: Projektion oder Tatsache? 
Was ist eigentlich, wenn die Welt selbst ein allumfassendes Erfahrungen-Machen ist.
Ist dann unser Suchen nach einfachen Urheberschaften nicht einfach dumm und eitel.

Alfred N. Whithehead (hier von Michael Hampe vorgetragen) vertritt im Folgenden eine solche Au…