Donnerstag, 23. September 2010

Psyche von der Kommunikation her verstehen


Psyche können wir nach dem Bild einer Kommunikation verstehen. Dann gehen wir von bildhaften (erlebbaren) Zusammenhängen aus, die im „Gespräch“ miteinander sind. Wie in einer guten Unterhaltung tragen diese untereinander etwas aus. Das bedeutet: Es findet ein Austausch zwischen Zusammenhängen statt, die prinzipiell erlebbar sind, also zwischen Analogien, Bildern und Gleichnissen. Diese Art von Kommunikation findet nicht nur zwischen Personen statt, sondern auch innerhalb eines persönlichen Handlungsgeschehens selbst.
Und so weit auch Sachen in ihrem Funktionieren oder Wirken Bildverhältnissen folgen, sind sie als seelische Zusammenhänge zu verstehen und wirksam. Das gilt im Übrigen auch dann, wenn bildhafte Zusammenhänge im konkreten Fall vielleicht gar nicht erlebt werden, die Möglichkeit hierzu aber vorhanden ist.

Bilder untereinander - ein Beispiel
Man kann beobachten, wie bildhafte Zusammenhänge aufeinander wirken. So kann z.B. ein "Sich-Lieb-Kind-machen" (Bild 1) einer Entwicklung Grenzen setzen: Angenommen, wir befinden uns gleichzeitig in einem "Kräftemessen und Wettbewerb" mit einem Gegenüber (Bild 2): Dann können bestimmte Verläufe dieses Kräftemessens von der Bild-Regie des "Sich-lieb-Kind-machens" nicht zugelassen werden, z.B. dann, wenn sie auf einen Überlegenheitsbeweis (Bild 3) hinauslaufen sollten. Kurz: Wir müssen uns nicht noch einen "Menschen dahinter" denken, der so ein Ausschließen erst noch beschließt.

Entwicklungstherapie als kommunikationswissenschaftliche Anwendung
eines neuen psychologisches Denkens.
In einer Entwicklungstherapie wird versucht, etwas für die Verbesserung der internen Kommunikation zu tun. Als universitäre Einrichtung wäre die Entwickungstherapie heute am besten in den Kommunikationswissenschaften untergebracht, denn die offizielle Psychologie traut sich nicht, ihren Begriff von Psyche etwas spielräumiger anzulegen: "Erlebbare Zusammenhänge" statt Erleben und Verhalten; damit hätten wir ein Bild vom Seelischen, welches das vertraute Verstehen einbezieht, aber auf einen umfassenderen Zusammenhang hin angelegt ist, nämlich auf das Bildhafte (Gleichnishafte) und seine Gesetzlichkeiten ganz allgemein.

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