Die Liebe und das Bild



Von Egon Friedell stammt ein schöner Aprhorismus zu diesem Thema.
Er gab ihm die Überschrift:

Jupiter oder: Ars Amandi

"Wenn Jupiter liebte, so kam er als Stier, als Goldregen, als Singschwan oder als Wolke.
Und er wurde geliebt, denn die Frauen lieben die Stiere, die Goldregen, die Singschwäne und besonders die Wolken. Aber niemals kam er als Jupiter..."


[eigener Kommentar]:
Wir suchen stets gesehen und geschätzt zu werden, als die Person, die wir sind oder GLAUBEN ZU SEIN (und da liegt das Problem). Jupiter hat da ein klügeres Konzept. Er gibt sich in verschiedenen Gestalten wirklich hin - und zwar "im Zeichen" der Liebe. Die Wirklichkeit liebt ihn dafür zurück. Und in einen Schurken verwandelte er sich dabei ebenso wenig, wie ihm seine Identität dabei etwa verloren ginge.

Werner Mikus

Quelle: Friedell, Egon (1878 - 1938)'
"Steinbruch, Vermischte Meinungen und Sprüche"
Verlag der Wiener Graphischen Werkstätte, Wien 1922 - Annemarie Kotab.

Bild: Strichzeichnung Werner Mikus

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